Die verbalen Hinweise erlauben allerdings noch keinen sicheren Rückschluss auf die tatsächliche Strategie, da die größtenteils bewusste verbale Kommunikation nur einen kleinen Teil des gesamten Kommunikationsprozesses darstellt. Sie ermöglichen lediglich eine erste Vermutung, die dann durch den Vergleich mit nonverbalen Hinweisen bekräftigt und ergänzt werden muss. Nonverbale Hinweise Als unbewusste nonverbale Hinweise auf die jeweils aktiven Repräsentationssysteme werden im NLP u.a. Augenbewegungen, Gesten, Atemmuster, Körperhaltungen und Stimmqualitäten gedeutet. Davon sollen exemplarisch die Augenbewegungsmuster dargestellt werden. NLP behauptet, wenn auch bisher ohne streng wissenschaftliche Bestätigung, eine deutlich erkennbare Relation zwischen sechs Augenbewegungen und bestimmten Repräsentationssystemen entdeckt zu haben. Die Beziehungen werden in folgender Tabelle und in der zugehörigen Grafik veranschaulicht. Dabei sollen für Linkshänder in der Regel die spiegelbildlich vertauschten Gesetzmäßigkeiten gelten. Oftmals bewegt sich der ganze Kopf mit in Richtung der entsprechenden Augenbewegungen. Die Blickdauer und der Grad der erforderlichen Abweichung von der Augenmittelstellung ist individuell sehr verschieden. Ohne diese Augenbewegungen auszuführen, fällt es den meisten Menschen schwer bis unmöglich, die entsprechenden kognitiven Leistungen zu vollbringen.
So fällt es vielen schwer bis unmöglich ohne Blick nach oben zu visualisieren; umgekehrt ist es sehr schwierig, wenn man die Augen wirklich die ganz Zeit nach oben gerichtet hält, stärkere negative Gefühle zu empfinden, was wiederum beim Runterschauen einfach geht.
Alle Angaben über die Augenbewegungen gelten natürlich nur für interne Aktivitäten der Repräsentationssysteme, da sich bei externer Wahrnehmung die Augenbewegungen selbstverständlich nach der Position des angeschauten Gegenstandes richten. Wichtig erscheint zu betonen, dass die angegebenen Muster keineswegs allgemeingültig sind und dass jeder Mensch über eine eigene, u.U. erheblich von den Standardmustern abweichende Systematik verfügt, die jedoch durch konkrete sinnesspezifische Fragen deutlich identifiziert werden kann. Auch ist festzuhalten, dass alle diese Hinweise nur erste Vermutungen über die benutzte Strategie liefern können. Erst durch eingehende weitere und/oder wiederholte Beobachtungen können sie bestätigt werden oder sich als revisionsbedürftig erweisen. 6. Eine kleine EpisodeEin kleines Erlebnis aus meiner Kinderzeit: Während eines meiner ersten Diktate "ertappte" mich der Lehrer dabei, wie ich immer wieder an die Decke starrte, und rügte mich: "An der Decke steht’s nicht. Guck lieber in dein Heft!" Nun, wir wußten beide damals noch nichts von Augenbewegungsmustern. Sonst hätte ich ihm antworten können: "Es steht sehr wohl an der Decke! Da oben links kann ich jedes Wort sehen, das ich gerade brauche." Die Folge dieses Erlebnisses war, dass ich schon bald gar nicht mehr an die Decke schaute und dass meine Rechtschreibleistungen schlechter und schlechter wurden (was sich erst mit Kennenlernen von NLP im Alter von 27 Jahren grundlegend und innerhalb kürzester Zeit änderte). 7. Rapport (Vertrauensbasis herstellen und führen)Voraussetzung für das erfolgreiche Aufdecken und möglicherweise auch Verändern einer Strategie ist - wie überhaupt für das Gelingen jeder NLP-Intervention - das Bestehen eines guten Kontaktes, einer Vertrauensbasis zwischen dem NLP-Anwender und denjenigen, für die er NLP anwendet. Diese Vertrauensbasis wird im NLP Rapport genannt. Ein guter Rapport kommt durch zwei ineinander greifende Prozesse zustande: Pacing und Leading, die hier nacheinander beschrieben werden. Pacing kommt vom amerikanischen Wort "pace": Schritthalten. Pacing meint eine über kürzer oder länger aufrechterhaltene, möglichst unauffällige, behutsame Nachahmung verbaler und/oder nonverbaler Verhaltensweisen des Gegenübers. Diese führt - häufig sehr rasch, manchmal erst nach einer Weile - dazu, dass sich der Klient angenommen und verstanden fühlt. Das basiert nicht etwa auf einer Illusion auf Seiten des Klienten, vielmehr kann derjenige, der das Pacing ausübt, ihn tatsächlich besser verstehen, da er durch das Angleichen sowohl kognitiv als vor allem auch emotional viel über ihn erfährt; er wird ihm also tatsächlich ein Stück weit ähnlich. Einige der vielen Pacing-Möglichkeiten sollen hier genannt werden
Während jedes guten Gespräches findet Pacing auf natürliche (unbewusste) Weise ganz von alleine statt; bewusst muss es nur dort eingesetzt werden, wo die Kommunikation schwierig ist. Wichtig ist, dass das Pacing nicht als künstlich aufgesetzte Technik missverstanden und eingesetzt wird. Es sollte also nur so weit nachgeahmt werden, wie es nicht im Widerspruch zum Wohlergehen des "Pacers" steht, und wie es in den natürlichen Gesprächsfluss passt. Alles andere dürfte eher gegenteilige Wirkung haben. Leading kommt vom amerikanischen Wort "lead": Führen. Ein Führen und Anleiten des Klienten in neue Richtungen ist erst möglich, wenn ein guter Rapport vorhanden ist. Um zu prüfen, ob durch (bewusstes oder unbewusstes) Pacing wirklich Rapport erreicht werden konnte oder ob ein bereits vorhandener Rapport womöglich wieder verloren gegangen ist, kann das eigene Verhalten auf subtile Weise verändert werden: z.B. kann statt eines bis dahin nachgeahmten auditiven Aussagemusters jetzt ein visuelles benutzt werden oder bewusst eine andere Körperhaltung als die des Klienten eingenommen werden. Folgt ("paced") jetzt der Klient seinerseits dem NLP-Anwender mit gleicher oder ähnlicher Veränderung, ist ausreichend Rapport vorhanden, um den Klienten zu führen; folgt der Klient nicht, ist ein erfolgreiches Führen seitens des NLP-Anwenders noch nicht möglich - es muss dann weiter versucht werden, durch Pacing (in variierter Form) Rapport aufzubauen. "Dieses Führen ist ein Vorgang, wie er auch beim Tanzen vorkommt, wenn der Tanzschritt gewechselt wird. Zunächst gleicht ein Partner sich den Tanzbewegungen des anderen an; dann möchte er vielleicht die Führung übernehmen und einen neuen Schritt einführen. Der Übergang ist fließend und sehr erfolgreich, wenn vorher das Pacen gut klappte." (van Nagel et al., 1989) Während der Pacing-Phasen wird Rapport aufgebaut; gleichzeitig lernt der NLP-Anwender dabei seinen Klienten sehr genau kennen. In den Leading-Phasen können dann die verschiedenen NLP-Methoden Anwendung finden. Die einzelnen Methoden - weit über 200 - können hier allerdings nicht weiter beschrieben werden. Wenn Sie sich für das Thema Rapport weitergehend interessierren, können Sie sich hier zusätzlich meinen kritisch-konstruktiven Fachartikel "Rapport und Beziehung in der Neuro-Linguistischen Psychotherapie" herunterladen (Achtung: der Artikel ist im wissenschaftlichem Stil verfasst). 8. Logische Ebenen der VeränderungZum Abschluß unseres Streifzugs durch das Land des NLP soll noch kurz das Konzept der fünf logischen Ebenen der Veränderung vorgestellt werden. Es liegt der gesamten Veränderungsarbeit des NLP zugrunde, und wurde von Robert Dilts auf der Grundlage der Arbeiten Gregory Batesons entwickelt. Die fünf Ebenen sind:
Dabei gilt die Umwelt als die niedrigste, die Identität als die höchste logische Ebene. Über der Identität siedelt Dilts noch die Ebene der Spiritualität als noch bedeutender an; sie ist aber von Person zu Person sehr unterschiedlich, wird auch sehr unterschiedlich benannt (z.B. als Religion oder Glaube). Da sich NLP als konfessionell völlig ungebunden und wertfrei versteht, wird für diese Ebene kein fester Begriff eingesetzt, vielmehr wird in der Beratungsarbeit im Sinne des Pacing genau mit dem gearbeitet, was der Klient als Begriff anbietet und auch genau mit der Bedeutung, die er diesem Begriff gibt. Im NLP wird darauf geachtet, welche der logischen Ebenen bei einem Problem beteiligt sind. Im allgemeinen wird davon ausgegangen, dass ein Problem nicht (ausschließlich) auf der logischen Ebene gelöst werden kann, auf der es in Erscheinung tritt, vielmehr muß die Lösung auf mindestens einer anderen (meistens einer höheren) gesucht werden. Dabei wird den Glaubenssätzen, bezogen auf die Lösung von Problemen und auf die Erreichung von Zielen, eine besonders große Bedeutung beigemessen. 9. Glaubenssätze - Bedeutung und KonsequenzenGlaubenssätze entscheiden darüber, was ein Mensch - insbesondere auch über seine eigenen Fähigkeiten - für wahr oder für falsch hält. Das, was er für wahr hält, wird i.a. auch ein- bzw. zutreffen und umgekehrt. Glaubenssätze gehen teilweise auf frühkindliche Prägungen zurück, werden aber oft auch später durch das, was ein Mensch in seiner Umwelt erlebt und wie er diese Erlebnisse verarbeitet, in seinem Unterbewusstsein "verankert". Glaubenssätze sind stets subjektiv; sie können sowohl positiv und fördernd, als auch negativ und die Wahlmöglichkeiten einschränkend, sein. Je nach Kontext kann ein und derselbe Glaubenssatz einmal förderlich und einmal sehr hinderlich sein. Beispiel: "Es ist wichtig, niemals seine Gefühle zu zeigen!" Dieser Glaubenssatz kann in einem Kriegsgefangenenlager überlebensnotwendig sein, sich in einer späteren Ehe aber als äußerst nachteilig erweisen. "Ich kann das nicht!", "Ich lerne das ja doch nie!", "Ich werde wohl nie mehr gesund!" sind verheerende Glaubenssätze auf der Fähigkeitenebene; "Ich bin dumm!" greift noch schwerwiegender und umfassender auf der Identitätsebene. Mit derartigen Glaubenssätzen im Hintergrund kann fast nichts gelernt werden, kann eine Gesundung kaum stattfinden, wird die eigentlich gewünschte Veränderung unmöglich (selbst, wenn eigentlich nichts gegen sie spräche). Hier bietet NLP zahlreiche Möglichkeiten behindernde Glaubenssätze aufzulösen und nützliche statt dessen zu etablieren. NLP ist häufig als Wunder-Schnell-Heil-Methode dargestellt worden. Das stimmt nur teilweise und für bestimmte Probleme bzw. Ziele: Häufig lassen sich beispielsweise Phobien tatsächlich innerhalb weniger Stunden "heilen" und eine Lese-Rechtschreibschwäche ist auch in kurzer Zeit zu beheben. Sobald aber einschränkende Glaubenssätze mit ins Spiel kommen (und das kann immer der Fall sein, z.B. auch bei Phobien), ist auch NLP nur noch in den wenigsten Fällen eine Blitz-Therapie. Wenn es darum geht, grundlegende Glaubenssätze oder Werte zu verändern, dann geht das stets damit einher, dass der Mensch auch ein Stück weit ein anderer wird, also eine bereicherte Identität mit mehr Wahlmöglichkeiten bekommt, als er sie vorher hatte. Für derartige Veränderungen brauchen die meisten Menschen Zeit; ginge es zu schnell, wäre es unnatürlich und würde nicht zu einem neuen Selbstbild und Selbstverständnis beitragen, sondern bliebe etwas Aufgesetztes, was entweder bald wieder abgelegt würde (alles wäre dann wieder wie vorher) oder als eher störend beibehalten würde. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass häufig Menschen die gewünschte Veränderung genau in dem Zeitraum bewältigen, wie sie vorher auch geglaubt haben, dafür zu benötigen. Auch da hängt die benötigte Zeit wesentlich stärker von dem entsprechenden Glaubenssatz ab, als von der Art der Veränderung. Auch wenn hier NLP langsamer arbeitet und sich dabei vor allem auch den Erwartungen und Vorstellungen seiner Klienten anpasst, ist die notwendige Häufigkeit der Beratungen trotzdem noch sehr gering im Vergleich zu anderen Methoden. 10. Wie geht es weiter?Die wichtigste Frage im NLP ist nicht die in unserem Kulturkreis u.a. von den Psychoanalytikern weit verbreitete und sehr beliebte Frage des "Warum?" sondern die des "Wie?". Warum aber ist das so? Die Antworten auf die Frage "Warum?" bieten Erkenntnisse über die Entstehungsgeschichte von Problemen in der Vergangenheit. Derartige Erkenntnisse verändern aber erst einmal gar nichts zum Positiven. Manchmal verfestigt sich infolge der Erkenntnis erstrecht der Glaubenssatz, dass aufgrund eben dieser Ereignisse in der Vergangenheit eine Veränderung nicht möglich sei - was für eine fatale Konsequenz (vielleicht aber immerhin eine recht tröstliche und bequeme, muss man sich doch nicht den Anstrengungen einer Veränderung unterziehen und hat auch noch eine gute Entschuldigung dafür)! Fragt man dagegen "Wie?", dann fokussiert man damit auf mögliche Lösungen in der Zukunft. Eine wie wir im NLP finden, hilfreichere Frage als die nach dem "Warum?". Wie geht es also weiter - mit NLP? Die Frage kann nur jeder für sich selbst beantworten. Eine gute Möglichkeit ist, NLP zu lernen. Dazu hier noch einige Hinweise: 11. Hinweise zum Erlernen von NLPEs wird häufig behauptet, NLP sei schnell und leicht zu erlernen. Dies mag für Teilbereiche, mit denen man durchaus auch Einzelerfolge erzielen kann, zutreffen, nicht aber für den verantwortlichen Umgang mit der Gesamtmethodik. Angesichts der Genauigkeit und Komplexität der zu machenden Beobachtungen (und der sicherlich zu Recht geforderten Verhaltensflexibilität an den NLP-Anwender) kann das von zahlreichen (wohl am amerikanischen Habitus orientierten) NLP-Anbietern gegebene Versprechen einer schnellen Erlernbarkeit (z.B. in Zwei-Wochen-Crashkursen oder in noch kürzerer Zeit) mit Sicherheit nicht eingelöst werden. Auch aus Büchern lässt sich NLP nicht gut erlernen, da es ja immer um die Wahrnehmung und die Kommunikation mit anderen Menschen geht; beides kann nur im praktischen Tun und Üben geschult werden. So stellen Bücher zwar eine sinnvolle Ergänzung, aber keinen Ersatz für praktisches Lernen dar. Gut gelernt werden kann NLP in speziellen Einführungs-Seminaren (meist ein Wochenende) und in den darauf aufbauenden längerfristigen Ausbildungs-Seminaren. Am günstigsten sind dabei multiprofessionelle Ausbildungsgruppen, da sich dort die unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkte und Lebenserfahrungen der Teilnehmer gegenseitig befruchten. Die allgemeine NLP-Ausbildung dauert bei seriösen Instituten ca. 9-10 Wochenenden, verteilt auf etwa 1 bis 2 Jahre, und endet mit dem Abschluss als sog. NLP-Practitioner (NLP-Anwender). Darauf aufbauend kann dann noch eine etwa gleich lange Master-Ausbildung absolviert werden. Schließlich kann man sich danach als NLP-Coach, NLP-Therapeut oder NLP-Ausbilder (NLP-Trainer) weiterqualifizieren. Ziel aller NLP-Seminare ist die individuelle Förderung beruflicher Kompetenz (vor allem in den Bereichen Zielfindung, Kommunikation, Beratung, Mitarbeiterführung, Konfliktmanagement) und privater Zufriedenheit (vor allem in den Bereichen Gesundheit, Entspannung, Motivation, Freude, Partnerschaft, Lebenssinn) sowie eine gesunde Balance zwischen beiden Bereichen, dem Berufs- und dem Privatleben. In Deutschland wurde im Herbst 1996 ein großer übergeordneter NLP-Dachverband gegründet: DVNLP e.V. Der DVNLP setzt und kontrolliert die Ausbildungsstandards seiner Mitglieder, die als NLP-Trainer oder NLP-Lehrtrainer tätig sind, und garantiert damit ein Mindestmaß an Seriosität und Qualität aller Ausbildungen, die mit dem Siegel des DVNLP angeboten werden. 12. LiteraturBandler, R. (1987). Veränderung des subjektiven Erlebens. Fortgeschrittene Methoden des NLP. Paderborn: Junfermann. Bandler, R. & Grinder, J. (1986). Neue Wege der Kurzzeit-Therapie. (5. Aufl.). Paderborn: Junfermann. Bateson, G. (1981). Ökologie des Geistes. Anthropologische, psychologische, biologische und epistemologische Perspektiven. Frankfurt: Suhrkamp. Dilts, R. (1993). Die Veränderung von Glaubenssystemen. NLP-Glaubensarbeit. Paderborn: Junfermann. Dilts, R., Grinder, J., Bandler, R., Cameron-Bandler, L. & Delozier, J. (1985). Strukturen subjektiver Erfahrung. Ihre Erforschung und Veränderung durch NLP. Paderborn: Junfermann. Grinder, M. (1991). NLP für Lehrer. Ein praxisorientiertes Arbeitsbuch. Freiburg im Breisgau: Verlag für Angewandte Kinesiologie. Stahl, T. (1988). Triffst du ‘nen Frosch unterwegs ... NLP für die Praxis. Paderborn: Junfermann. Weerth, R. (1994). NLP und Imagination. Grundannahmen, Methoden, Möglichkeiten und Grenzen (2. Aufl.). Paderborn: Junfermann. Weerth, R. (2005). Rapport und Beziehung in der Neuro-Linguistischen Psychotherapie - über das klassische NLP-Verständnis hinaus. Erschienen in: Emotion und Beziehung, S. 137 - 157). Hamburg: Psymed-Verlag. Diesen Artikel stelle ich Ihnen hier zum kostenlosen Download bereit. Anhang: Die wichtigsten NLP-BegriffeAnker: Beliebiger Stimulus (Reiz), der bei wiederholtem Auftreten stets dieselbe Reaktion hervorruft; im NLP gezielt zur Beeinflussung kognitiver Prozesse und emotionaler Zustände eingesetzt; ähnlich wie bei der klassischen Konditionierung. Assoziation: Generelle Wahrnehmungsposition, bei der alles aus der Perspektive der eigenen Person erlebt wird; die Person sieht sich selbst in der Vorstellung nicht von außen, erlebt vielmehr alles emotional von innen heraus; das Gegenteil ist Dissoziation. Augenbewegungsmuster: Bestimmte Augenbewegungen zeigen das bei Denkprozessen jeweils bevorzugte Sinnessystem (Repräsentationssystem) an. Dissoziation: Generelle Wahrnehmungsposition, bei der alles aus der Perspektive einer anderen Person erlebt wird; die Person sieht sich in der Vorstellung selbst von außen und hat so eine gewisse emotionale Distanz zum Erleben; das Gegenteil ist Assoziation. Future Pacing (Überbrückung in die Zukunft): Mentales Erproben von gewünschten Verhaltensweisen im Ziel-Kontext; durch diese vorweggenommene Übertragung auf den Alltag des Klienten soll der Beratungserfolg gefestigt werden. Generalisierung: Kognitiver Verallgemeinerungsprozess; einer von drei Prozessmechanismen, die im NLP für jede menschliche Modellbildung angenommen werden; weitere sind Tilgung und Verzerrung. Interner Zustand: Augenblicklicher kognitiv-emotional-physiologischer Gesamtzustand, der das aktuelle Verhalten einer Person bestimmt. Kongruenz: Wenn alle Strategien und Verhaltensweisen einer Person sich in voller Übereinstimmung befinden und auf das Erreichen eines gewünschten Ziels abgestimmt sind, meist durch eine symmetrische Körperhaltung und gleichmäßige Atmung angezeigt. Leading (Führen): Führungsprozess in Beratungssituationen, der möglich wird, wenn durch Pacing zuvor ein guter Rapport hergestellt wurde. Logische Ebenen der Veränderung: Hierarchisch gegliederte Ebenen des Denkens und Seins, die sich wechselseitig beeinflussen: Umwelt, Verhalten, Fähigkeiten, Glaubenssätze/Werte, Identität; sie basieren auf den ‘logischen Ebenen des Lernens’ von G. Bateson. Meta-Modell der Sprache: Differenzierte Kategorisierung der Sprache; Fragetechniken, mit deren Hilfe sehr genaue, sinnesspezifische Informationen über kognitive Prozesse eingeholt werden können; Generalisierungen, Tilgungen und Verzerrungen sowie kognitive Strategien werden hinterfragt bzw. erfragt. Meta-Programme: Etwa 20 Persönlichkeitsmerkmale; z.B. introvertiert versus extravertiert, vergangenheitsorientiert versus zukunftsorientiert. Modellbildung: Hierbei wird die objektive Wirklichkeit mit Hilfe von Generalisierungs-, Tilgungs- und Verzerrungs-Mechanismen zu subjektiven kognitiven Repräsentationen (Modellen) der Wirklichkeit verarbeitet; diese Modelle haben eine sensorische Grundlage und organisieren das Verhalten des Menschen. Ökologie: Die systemische Gesamtheit eines in seine Umwelt eingebundenen Individuums; im Beratungsprozess des NLP werden die Auswirkungen einzelner Interventionen stets im Hinblick auf die Ökologie der Person überprüft. Dies wird auch Öko-Check genannt. Pacing ("Mitgehen"): Bewusstes Angleichen der Verhaltensweisen des Beraters an die seines Klienten; soll für einen guten Rapport sorgen und anschließendes Leading möglich machen. Physiologie: Der von einem Außenstehenden Beobachter wahrnehmbare nonverbale Anteil eines internen Zustandes; z.B. Bewegungen, Durchblutung, Geruch, Klang der Stimme, Augenbewegungen. Primäres Repräsentationssystem: Das individuell dominanteste, also am stärksten ausgeprägte Repräsentationssystem. Prozesssprache ("Fluff"): Kunstvoll vage Sprachmuster, die es dem Klienten ermöglichen sollen, die seitens des Beraters angebotenen ‘Worthülsen’ mit eigenem Inhalt zu füllen; z.B. "Wenn Sie mögen, können Sie sich irgendwie wohl fühlen und auf die Art und Weise entspannen, wie es Ihnen heute am besten gefällt." Rapport: Die Qualität des emotionalen Kontaktes zwischen zwei oder mehr Menschen; ein guter Rapport gilt als Voraussetzung für jede veränderungswirksame Arbeit mit Klienten; Pacing seitens des Beraters soll einen solchen begünstigen. Reframing (Umdeuten): Umdeutungsprozess, der dem Klienten helfen soll, die positiven Seiten (Absichten) eines bislang als problematisch erlebten Sachverhalts zu sehen; so könnten z.B. die sekundären Gewinne einer Krankheit darin liegen, endlich einmal zum Ausruhen und Nachdenken zu kommen. Repräsentationssysteme: Fünf nonverbale Sinnesmodalitäten (visuell, auditiv, kinästhetisch, olfaktorisch, gustatorisch), die der Mensch zur externen Wahrnehmung und zur internen Weiterverarbeitung der Wirklichkeit zu Modellen verwendet; zusätzlich zu den fünf nonverbalen wird als sechstes Repräsentationssystem ein verbales angenommen, das ebenfalls der internen Weiterverarbeitung dient. Ressource: Hilfsmittel zur Erreichung von Wunschzielen; im NLP wird - wie auch in den anderen humanistischen Therapieverfahren - davon ausgegangen, dass ein Klient bereits über sämtliche zur Veränderung notwendigen Ressourcen verfügt; der Beratungsprozess zielt auf das Bewusst machen und/oder Nutzbarmachen dieser Ressourcen ab. Strategie: Eine Abfolge von internen verbalen und nonverbalen Repräsentationen, die unser Verhalten in eine gezielte Richtung lenkt. Submodalitäten: Formal-qualitative Feinunterscheidungen innerhalb jeder Sinnesmodalität (Repräsentationssystem) - z.B. heller oder dunkler, größer oder kleiner, lauter oder leiser, weicher oder härter. Tilgung: Kognitiver Prozess, mit dessen Hilfe Menschen aus der Fülle möglicher sensorischer Eindrücke, eine individuelle Auswahl treffen; einer von drei Prozessmechanismen, die im NLP für jede menschliche Modellbildung angenommen werden; weitere sind Generalisierung und Verzerrung. Verhalten: Zum Verhalten rechnet NLP die sensorische Aufnahme einer externen oder internen Information ebenso wie deren interne kognitive Weiterverarbeitung und eine möglicherweise daraus resultierende externe oder interne Verhaltensweise; eine reale Skiabfahrt ebenso wie eine nur in der Vorstellung stattfindende. Verzerrung: Kognitiver Prozess, mit dessen Hilfe sensorische Eindrücke individuell verändert werden; einer von drei Prozessmechanismen, die im NLP für jede menschliche Modellbildung angenommen werden; weitere sind Generalisierung und Tilgung. Wahrnehmungsposition: Generelle Wahrnehmungspositionen: Assoziation und Dissoziation; mentale Wahrnehmungspositionen: die sogenannte erste (ganz assoziiert mit sich selbst), zweite (ganz assoziiert mit einer anderen Person, von sich selbst also dissoziiert) und dritte (neutral gegenüber dem aktuellen Geschehen) Wahrnehmungsposition. [ Inhalt ]
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Ein kleiner Tipp: Da dieser Text etwas länger ist (ca. 20 Papierseiten), könnte es sich für Sie lohnen, ihn einfach auszudrucken. Und wenn Sie gerade wenig Zeit haben, dann blättern Sie lieber erst einmal weiter.
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